Kredite für Ausbildung und Pflege: In Österreich sogar als Bauspardarlehen möglich

veröffentlicht am 7. August 2015 in Bauspardarlehen von

BauspardarlehenDas Bauspardarlehen kann in Österreich nicht nur für Wohnbau, sondern auch für Bildung und Pflege in Anspruch genommen werden. Das ist in Österreich eine attraktive Erweiterung, um diese sichere Sparform auch weiterhin beliebt zu halten. Das Arbeitsforum österreichischer Bausparkassen hält das Bauspardarlehen für Pflege und Bildung hier fest: http://www.aoeb.at/bildung_und_pflege.html

Die Bedingungen an die das Darlehen geknüpft sind, bleiben dennoch überschaubar. Für unsere österreichischen Leser finden sich in den folgenden Zeilen vielleicht ein paar wertvolle Kredit-Tipps:

Die klassische Verwendung

Klassischer Weise findet der Bausparvertrag auch in Österreich Verwendung im Wohnbau. So können ein Hausbau, ein Kauf eines Grundstückes oder einer Immobilie realisiert werden. Sehr oft fließt das Geld in Maßnahmen, die der Sanierung, Modernisierung und Revitalisierung alter Bauten dienen. Sogar Wellnesseinrichtungen, Umbau für Sicherheitsbelange und energiesparende Maßnahmen können damit finanziert werden. Auch Umschuldungen und Ablösezahlungen, die solche Maßnahmen betreffen oder betroffen haben, sind mit einem Bauspardarlehen möglich.

Bauspardarlehen als Ausbildungskredit

Will man das Bauspardarlehen allerdings untypischer Weise in Weiterbildung investieren, so ist das in Österreich genauso möglich. Es muss nur nachgewiesen werden, dass eine zweckgemäße Verwendung (also ein Ausbildungswunsch) vorliegt.

Wird dieser Ausbildungswunsch anerkannt, lassen sich Kurse bei Weiterbildungseinrichtungen wie Volkshochschulen, BFI und WIFI finanzieren. Aber auch Lehrgänge und Studien werden damit unterstützt: Kredite für Ausbildungen an Fachhochschulen, Universitäten sowie Privatuniversitäten oder Akademien fallen darunter. Sogar die Kosten eines Fernstudiums sind als Bauspardarlehen finanzierbar.

Nicht nur einzelne Kurse oder Studien, sondern auch direkte Berufsausbildungen können mit dem Kredit über den Bausparvertrag ermöglicht werden: Auch für Besucher von Berufs- und Werkmeisterschulen gibt es eine Finanzierung.

Bedingungen für das Ausbildungsgeld aus dem Bausparkredit

Neben der bereits erwähnten Bedingung der zweckmäßigen Ausbildung, muss das Geld für bestimmte Ausgaben aufgewendet werden. Das Darlehen kann für jene Kosten verwendet werden, die mit der Bildungsmaßnahme zu tun haben (wie Prüfungsgebühren, Lernmaterialien etc.), für entstehende Fahrtaufwendungen oder das Wohnen.

Bauspardarlehen als Pflegekredit

Das Bauspardarlehen kann in Österreich auch in der Pflege verwendet werden, sofern nicht öffentliche Gelder für diesen Pflegefall bereits beansprucht werden. Es muss dabei nicht der Antragsteller die zu pflegende Person sein. Das Bauspardarlehen kann auch für die Pflege eines nahen Angehörigen verwendet werden. Hier werden die Kosten für Pflegepersonal, Pflegeeinrichtungen, medizinischen Behelfe, Therapien und Behandlungen oder Kuraufenthalte getragen.

Die Vorteile eines Bauspardarlehens

Ein Bausparkredit ist eine sichere und transparente Möglichkeit der Finanzierung mit einer ziemlich stabilen Rate für die gesamte Laufzeit des Kredites. Im Vergleich zu einem Bankkredit sind wenige Auflagen nötig. Meist reichen neben dem laufenden Bausparvertrag eine ausreichende Sicherstellung im Grundbuch (im Bereich Wohnbau), der Ausbildungsnachweis oder der Pflegenachweis, um ein solches Darlehen zu bekommen.

Die Konditionen scheinen im Vergleich mit den Banken gerecht und sind nicht vom Geschick zu verhandeln und der Bonität abhängig. Derzeit befinden wir uns in einer Niedrigzinsphase. Aber treten in Zukunft Phasen ein, in denen es wieder hohe Kreditzinsen gibt, kann man sich beim Bauspardarlehen auf den Höchstzinssatz von 6% verlassen.

Die Nachteile des Bausparkredits

Der Vorteil der Unabhängigkeit von Bonität und dem Verhandlungsgeschick, kann auch als geringe Flexibilität in der Gestaltung ausgelegt werden. Im Bausparvertrag und dem Darlehen können einige Spesen versteckt sein, an denen die Banken schöne Sümmchen verdienen.

Beispielsweise scheint in einer Phase der Niedrigzinsen das Bauspardarlehen eher sinnlos. Immer wieder wird dem Bausparvertrag und dem daraus resultierenden Darlehen in der aktuellen Niedrigzinszeit vorgeworfen, nicht vorteilhaft zu sein und daher keinen Mehrwert zu bieten.

Daher gilt es hier genau abzuwägen, wofür man das Geld braucht. Beim klassischen Wohnbau zahlt es sich vermutlich eher aus, weil fixe Zinsen langfristig ein Vorteil sind. Bei Kleinkrediten muss man sich im Privatkreditsektor genau umsehen. Zahlt man nämlich nur wenige Jahre zurück, so kann es sein, dass die Niedrigzinsphase so lange anhält. Dann ist ein Privatkredit oft günstiger.

Im Handelsblatt erklärten erst kürzlich Bausparmanager, warum sie Niedrigzinsphasen so fürchten: http://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/renditevergleich-bauspar-manager-fuerchten-niedrigzinsphase/7337696-3.html

Nur der Vergleich macht sicher

Auf jeden Fall stellen der Bausparvertrag und das Bauspardarlehen eine sichere Möglichkeit zur Finanzierung von Weiterbildung und Pflege dar, die auch in Krisenzeiten nicht zu unterschätzen sind. Wichtig ist es bei den unterschiedlichen Bausparkassen sich über die Zuteilungszeiten und die Gebühren zu informieren, um Vor- und Nachteile abwägen zu können.

Der österreichische Wirtschaftjournalist Mag. Manuel Diwosch hat dafür ein Webprojekt ins Leben gerufen, das Bausparinteressierte über das komplette Bausparangebot und die Darlehensmöglichkeiten in Österreich informiert. Lesen Sie dazu mehr unter http://www.bausparenvergleich.at/so-funktioniert-das-bauspardarlehen-in-oesterreich/.

Bild: Fotolia © Coloures-pic


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